| 12 |
Beratung nach Belieben |
Wissenschaft;Politik;Objektivität; |
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Die Wissenschaft wirkt in ihrer akademischen Vertretung, die solche Grundsatzerklärungen verabschiedet, unglaublich naiv, wenn sie unterstellt, in der Politik kümmere sich irgend jemand um solche Ideale wissenschaftlich adäquater Berücksichtigung von Einwänden.
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| 27 |
Tugend und Einsicht |
Tugend;Einsicht;Wissen; |
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Es ist eine alte Frage, ob die Tugend auf Einsicht gründet und ob das Gute ein Wissen ist, das durch Reflexion, Expertentum und gewissermaßen auch durch die Einrichtung von Lehrstühlen verbessert werden kann. Jürgen Kaube
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| 28 |
Glaubwürdigkeit wissenschaftlicher Behauptungen |
Glaubwürdigkeit;Weizenbaum;Individualpsychologie;Wissenschaftstheorie |
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»Wissenschaftliche Behauptungen können nie gewiß sein, höchstens mehr oder weniger glaubwürdig. Und Glaubwürdigkeit ist ein Begriff aus der Individualpsychologie, d.h. ein Begriff, der nur im Hinblick auf einen einzelnen Beobachter sinnvoll ist.«
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Verweisungen und Rückverweisungen |
Notiz;Wissen;Zettelkasten;Synaptogenese;Verweis |
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»Jede Notiz ist nur ein Element, das seine Qualität erst aus dem Netz der Verweisungen und Rückverweisungen erhält.«
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| 39 |
Bürokratieansatz: Akzeptanz der Herrschaft |
Bürokratieansatz;Dienstwissen;Effizienz;Eigenverantwortung;Fachwissen;Handeln;Herrschaft;Weber;Milgram;Motivation;Ordnung;Organisation;Organisationstheorie;Stabilität;Verhalten!vorhersagen;Zimbardo |
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Akzeptanz der Herrschaft
*[
[menschliches Handeln ist interessengeleitet zur Deckung eigener ideeller oder materielle Interessen]
[zweckrational: Ziel-Mittel-Einsatz]
[*[regelgerechte Amtsführung sichert Einkommen]]*
[wertrational: Eigenwert (Kultur, Sozialisation]
[*[legitime Ordnung erfordert Gehorsam]]*
[affektisch: durch Gefühle bestimmt]
[*[Freude an der Arbeit (s. intrinsische Motivation)]]*
[Tradition: gewohnheitsbestimmt]
[Anerkennung der Tradition]
]*
]
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| 45 |
Kausalaussagen als Ziel der empirischen Wissenschaft |
Notiz;Wissen;Zettelkasten;Synaptogenese;Verweis |
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Ein wesentliches Ziel jeder empirischen Wissenschaft besteht darin, zu fundierten
Kausalaussagen zu gelangen, also zu Aussagen über die Ursachen oder
Bedingungen der jeweils interessierenden beobachtbaren Sachverhalte.
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| 55 |
Bürokratieansatz: Kennzeichen |
Bürokratieansatz;Dienstwissen;Effizienz;Eigenverantwortung;Fachwissen;Handeln;Herrschaft;Weber;Milgram;Motivation;Ordnung;Organisation;Organisationstheorie;Stabilität;Verhalten!vorhersagen;Zimbardo |
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Kennzeichen:
*[
[geschultes Personal verfügt über Fachwissen und erwirbt spezifisches Dienstwissen]
[spezielle Sachmittel steigern Effizienz]
[Amtsführung schützt vor Willkürakten]
[zuverlässige Ordnung führt zu regelmäßigem, vorhersagbarem Verhalten führt zu Stabilität]
[Arbeit ohne »Liebe und Enthusiasmus«]
]*
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| 56 |
Bürokratieansatz: Nachteile |
Bürokratieansatz;Dienstwissen;Effizienz;Eigenverantwortung;Fachwissen;Handeln;Herrschaft;Weber;Milgram;Motivation;Ordnung;Organisation;Organisationstheorie;Stabilität;Verhalten!vorhersagen;Zimbardo |
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Nachteile
*[
[»Gehäuse der Hörigkeit«]
[formale Herrschaft lässt Apparat tadellos funktionieren (vgl. Reichsbahn, Milgram, Zimbardo)]
[schwierige Kontrolle, Fachmann weiß mehr als Nicht-Fachmann, Geheimhaltung durch Bürokraten]
[keine Eigenverantwortung, eigene Ideen oder selbständige Entschlüsse]
[Staat: Vorrang des Gesetzes und Vorbehalt des Gesetzes führt zu starren Gesetzen]
]*
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| 58 |
empirische Wissenschaft - Psychologie |
Psychologie;Wissenschaft!empirische;Aussagen |
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»Wissenschaften bestehen im allgemeinen aus einer Menge von Aussagen über
ihren Gegenstand - im Falle der Psychologie handelt es sich um empirisch
fundierte Aussagen über das Verhalten (und Erleben) von Menschen.«
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| 59 |
Aufgabe der Wissenschaft |
Wissenschaft;Aufgabe;Kriterium;Wissen;Wissen!gesichertes |
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»Eine wichtige Aufgabe jeder Wissenschaft ist es, Kriterien aufzustellen, denen
Aussagen genügen müssen, um in den Bestand des »Wissens«, der die Wissenschaft
aufmacht, aufgenommen werden zu können: Aus der Vielfalt möglicher
Aussagen müssen die herausgefiltert werden, die diesen Anforderungen entsprechen
und damit als »gesichertes Wissen« oder in gewissem Sinne als
»wahr« (genauer genommen: bestätigt) gelten können.«
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| 80 |
Philosophie |
Philosophie; Erkenntnis; Wissen; |
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Die Hauptgefahr für die Philosophie ist Enge in der Auswahl des Anschauungsmaterials.
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| 81 |
Haltbarkeit von Wissen |
Wissen; Wissen!Haltbarkeit; |
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Wissen hält nicht länger als Fisch.
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| 88 |
Bildung |
Bildung; Wissen; Können; Handeln; |
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Im Blick auf die Person bedeutet Bildung die Einheit von Wissen und Können, sichtbar im normorientierten Handeln. Erworben wird sie durch Einführung in eine Welt, ihre Regeln und ihr Wissen bis zur Fähigkeit der Distanzierung gegenüber Welt und Wissen. Dieses Wechselspiel von Initiation und Reflexion macht den Prozess jeder Bildung aus.
Hein-Elmar Tenorth
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| 97 |
Wissen |
Wissen; Erkenntnis; Logik; Vernunft; Erfahrung; ; |
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Wissen. — Das Fürwahrhalten aus einem Erkenntnisgrunde, der sowohl objektiv als subjektiv zureichend ist, oder die Gewißheit ist entweder empirisch oder rational, je nachdem sie entweder auf Erfahrung — die eigene sowohl als die fremde mitgeteilte — oder auf Vernunft sich gründet. Diese Unterscheidung bezieht sich also auf die beiden Quellen, woraus unser gesamtes Erkenntnis geschöpft wird: die Erfahrung und die Vernunft.
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| 98 |
Wissen |
Wissen; Überzeugung; |
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Wissen nennt man die auf subjektiv und objektiv zureichende Gründe gestützte Überzeugung. Diese Gründe können entweder aus der Sinnesanschauung (Empirie) oder aus Zeugnissen (historisches Wissen) oder aus dem Zusammenhang von Zahl, Größe und Gestalt (mathematisches Wissen) oder aus Schlüssen (philosophisches Wissen) geschöpft sein. Vgl. Glauben, Meinen, Überzeugung.
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| 99 |
Wissen |
Wissen; Erkenntnis; Logik; Vernunft; Erfahrung; |
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Wissen, lat. scire, ital. sapere, franz. savoir, engl. know, heißt: durch solche Gründe von der Richtigkeit meiner Erkenntniß überzeugt sein, die jeden vernünftigen Menschen zu gleicher Ueberzeugung führen müssen. W. ist im Gegensatz zum Meinen ein Fürwahrhalten aus subjektiv und objektiv zureichenden Gründen; seine Quellen sind die Vernunft (rationales, apriorisches W.) und Erfahrung (empirisches, aposteriorisches W.). Weil die höchsten Gegenstände des W.s außer dem Bereiche der äußeren Erfahrung und verstandesmäßigen Untersuchung liegen und dem Gebiete des höhern Glaubens angehören, deßhalb hat man nur die Wahl entweder anzunehmen, es gebe für uns gar kein W., sondern lediglich ein Glauben und Meinen, oder zuzugeben, daß zwischen dem W. u. höhern Glauben nicht nur kein wahrer Gegensatz bestehe, sondern daß das W. im Glauben seine Vollendung und Befriedigung finde und beide hinsichtlich der Unerschütterlichkeit der Ueberzeugung sich gleich stehen. Wie jedes Philosophem, der ausgeprägteste Skepticismus nicht ausgenommen, so fordert jede Religion Glauben und zwar Autoritätsglauben u. jede, am entschiedensten die christliche, gibt ihre Lehren für absolute Wahrheit, somit für das aus. was der letzte Zweck alles W.s ist. Will der zweifelnde Christ erfahren, ob sein Glaube den Durst des Herzens nach W. stille, so reichen dazu geschichtliche und theologische Studien noch keineswegs aus, sondern mit diesen müssen sich Gebet u. Befolgung der christlichen Gebote und die Gnade Gottes verbinden. Vgl. Dogmaticismus, Erkenntniß, Glaube, Philosophie.
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| 103 |
Meinung |
Meinung;Glauben;Wissen;Hypothese;Konjekturen |
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Meinung (lat. opinio, gr. doxa) heißt das Fürwahrhalten des Unbewiesenen. Das Meinen liefert also nur problematische Urteile über eine Sache. Es unterscheidet sich vom Glauben und Wissen nicht inhaltlich, sondern hinsichtlich des Grades der Überzeugung, den es ausdrückt. Die Meinung kann sich jeden Augenblick in Glauben oder auch Wissen verwandeln. Zu den Meinungen gehören auch die Konjekturen und Hypothesen. – Die öffentliche Meinung ist das Urteil, welches die Menge über etwas fällt. Da die Menge aber von beschränkter Urteilsfähigkeit ist, so darf man ihre Meinung nicht überschätzen, andrerseits aber auch nicht verachten, weil sie nicht ohne Einfluß ist.
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| 104 |
Wissen |
Wissen; Vorstellung; ; |
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Wissen, verb. irregul. act. \& neutr. Präs. ich weiß, du weißt, er weiß, wir wissen u.s.f. Conjunct. daß ich wisse. Imperf. ich wußte; Conjunct. wüßte. Particip. gewußt.
1. In dem weitesten und gewöhnlichsten Verstande, eine klare Vorstellung von dem Daseyn einer Sache und der Art desselben haben. Sowohl mit dem Accusative. Ich weiß es lange. Den rechten Weg wissen. Ich weiß das Haus, d.i. weiß, wo es stehet. Ich weiß die ganze Geschichte schon, sie ist mir schon bekannt. Keinen Rath wissen; ich weiß mir keinen Rath. Weißt du eine bessere Gesellschaft, als die unsrige? Das weiß er auf ein Haar, im gemeinen Leben, für sehr genau. Viel wissen, alles wissen wollen, nichts wissen. Als auch mit einer Conjunction, oder so, daß das Prädicat einen eigenen Satz ausmacht. Ich weiß, daß er da ist. Wir wissen alle, daß er unschuldig war. Du wirst doch wissen, ob du ihm gut bist. Ich weiß nicht, ob ich ihm gefalle. Er weiß nicht, wie der Mangel drückt. Ich weiß nicht, was ich thun soll. Ich weiß, er kommt. Ich weiß nicht, was für eine verdrießliche Gemüthsart Sie heute haben. Will man ausdrucken, daß man nur einen Theil einer Sache wisse, so bekommt das Ganze das Vorwort von. Ich weiß nichts von der Sache. [...]
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| 105 |
Wissen |
Wissen; Erkenntnis; ; |
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Wissen (eidenai, epistasthai, gnôsis, scire, scientia), ist (relativ) vollendete, abgeschlossene und sichere Erkenntnis (s. d.), der Erfolg des Erkennens für das Bewußtsein, das feste, eindeutig bestimmte Bewußtsein um oder von etwas, die Darstellung des Objectiven, des Seins im Bewußtsein. Alles Wissen ist objectiv Besitz einer Summe von Erkenntnissen, subjectiv die jederzeitige Bereitschaft zur Actualisierung einer Erkenntnis, eines Erkenntnis-, d.h. eines objectiven, gültigen Urteils bezw. eines Urteilszusammenhanges. Das noch nicht realisierte Wissen ist das latente Wissen. Es besteht subjectiv in dem Bewußtsein, bestimmte objective Urteile fällen zu können auf Grund schon erlangter Einsicht, Erkenntnis. Das actuale Wissen ist lebendig in Urteilen, die mit Bestimmtheit und mit Gültigkeitsbewußtsein gefällt werden (s. Gewißheit). Unmittelbar ist das auf Gefühl oder auf Grund directer Erkenntnis gewonnene Wiesen, z.B. das Wissen um unsere eigene Existenz, mittelbar das durch Erfahrungszusammenhang und Schließen vermittelte Wissen. Anschaulich ist das Wissen, das mit dem Erleben von etwas primär sich verbindet, begrifflich und namentlich das in Begriffen (s. d.) und Worten (s. d.) verdichtete, allgemein-abstracte Wissen. Das absolute Wissen ist das volle, lückenlose und zugleich unumstößliche Wissen (s. Relativität). Das Wissen wird dem Glauben, Meinen, Vermuten, Zweifeln entgegengesetzt.
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| 106 |
Wissen und Glauben |
Wissen;Glauben;Erkenntnis;Wissenschaft |
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Wissen und Glauben bedingen einander wechselseitig. Einerseits bedarf das Wissen (s. d.), die Erkenntnis des Glaubens (s. d.) teils als Basis (Glaube an die Außenwelt u.s.w.), teils als Ergänzung, anderseits stützt sich der (vernünftige) Glaube auf die Ergebnisse des Erkennens. Religiöser Glaube und Wissen (Wissenschaft) sind zwei Arten der Auffassung des Weltinhaltes, die oft in Gegensatz zueinander geraten, der aber dadurch auszugleichen ist, daß dem Glauben als Gebiet das Transcendente (s. d.) oder das mit wissenschaftlichen Mitteln nicht zu Erschöpfende zugewiesen wird
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| 146 |
neue Informationen aufnehmen |
E-Learning;Lernen;Gedächtnis;Wissen!Internalisation |
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Wenn Lernende neue Informationen z. B. aus Texten, Illustrationen oder Animationen aufnehmen,
können sie nur einige wenige neue Inhalte gleichzeitig im Arbeitsgedächtnis
verarbeiten. Um alles Wichtige zu erfassen, müssen sie deshalb den Text möglicherweise
mehrmals lesen bzw. die Illustration oder Animation mehrmals betrachten, um die
neuen Informationen nach und nach im Arbeitsgedächtnis verarbeiten zu können.
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| 170 |
Art der Erkenntnis |
Wissenschaftstheorie;Philosophie;Erkenntnis;a priori;a posteriori;Erfahrung; |
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In den Wissenschaften treten uns Aussagen verschiedenstens Typs entgegen, die wir begrifflich müssen differenzieren können. Einer der wichtigsten Unterschiede ist der nach der Art der Erkenntnis, nämlich (1) die Erkenntnis aus Erfahrung und (2) die von der Erfahrung unabhängige Erkenntnis, die allein mit den Mitteln der Vernunft begründet werden kann: Erstere ist die Erkenntnis a posteriori, letztere die Erkenntnis a priori.
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| 171 |
relative Apriori |
Wissenschaftstheorie; Philosophie;Erkenntnis;a priori;a posteriori;Erfahrung;Definition;Grundprinzip;Konvention; |
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Nun enthält jede Wissenschaft Aussagen a priori, Aussagen nämlich, deren Gültigkeit ohne Erfahrungskontrolle vorausgesetzt wird. Sie treten dort vor allem als /Konventionen/ auf, d.h. als (willkürliche) Festsetzungen, ebenso als /Grundprinzipien/, und damit sind beide der Nachprüfung entzogen; dasselbe gilt für /Definitionen/. Da diese Aprioris aufhebbar sind, spricht man bei Ihnen von einem /relativen Apriori/.
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| 172 |
deskriptiv - normativ |
Wissenschaftstheorie;Philosophie;Erkenntnis;deskriptiv;normativ; |
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Aussagen, die angeben, daß etwas so und so ist, heißen deskriptiv oder faktisch; solche, die angeben, daß etwas sein soll oder allgemeiner, so und so zu bewerten ist, heißen normativ (oder präskriptiv).
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| 184 |
Magie als übernatürliche, unpersönliche Macht |
Magie;Denken;Wissenschaft;Handlungskompetenz |
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In seiner 1925 erschienenen Studie Magic, Science and Religion wies der Ethnologe Bronislaw Malinowski anhand von Material das er in der Südsee gesammelt hatte, nach, dass Gesellschaften nicht - wie man bis dahin geglaubt hatte - in einer evolutionären Rangfolge ausschließlich von magischem, religiösem oder wissenschaftlichem Denken bestimmt sind, sondern dass alle drei Formen in allen Gesellschaften vorkommen. "Wissenschaftlich" werden immer jene Bereiche behandelt, die der Mensch technisch beeinflussen kann, "magisch" jene die außerhalb seiner Wirkungsmacht stehen.
Malinowski definierte die Magie als übernatürliche, unpersönliche Macht in der Vorstellungswelt des Menschen, die all das bewegt und steuert was für ihn gleichzeitig wichtig und unkontrollierbar ist. Magie wird mit Ehrfurcht und Scheu ausgeführt, mit Verboten und ausgefeilten Benimmregeln gesichert.
Sie speist sich aus der Tradition, während die Wissenschaft aus der Erfahrung resultiert, von der Vernunft begleitet und durch Beobachtung korrigiert wird. Die Magie ist dagegen undurchdringbar für beides. Und während um die Magie Geheimnisse gemacht werden die durch Initiation weitergegeben werden ist die Wissenschaft offen für alle, ein gemeinfreies Gut. Wo die Wissenschaft sich nach Malinowski auf Erfahrung, Aufwand, und Vernunft stützt, kommt die Magie aus dem Glauben dass "die Hoffnung nicht trügen und der Wunsch niemals vergeblich sein könne".
s.a.: Bronislaw Malinowski, Magic, Science and Religion, In: Magic, Science and Religion and Other Essays, Norwich: Fletcher and Son 1975 \[1925\]
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| 185 |
Magisches Denken im 21. Jahrhundert: die Entwicklung von Bewerbungsstandards |
Magie;Denken;Wissenschaft; |
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Felder für magisches Denken öffnen sich auch durch vom Menschen gemachte aber trotzdem vom Individuum nicht kontrollierbare Entitäten wie "Markt" im allgemeinen und "Arbeitsmarkt" im besonderen. Walter Benjamin, Christoph Deutschmann und Thomas Frank wiesen auf die Wahrnehmung ökonomischer Begriffe als übernatürliche Mächte hin. Hesiod hatte diesen Effekt bereits im 7. Jahrhundert vor Christus erkannt und sprach z.B. davon dass auch ein Gerücht ein "Gott" sein könne.
Ein Beispiel für magisches Denken im 21. Jahrhundert ist die Entwicklung von Bewerbungsstandards: Vor dem Einsetzen der Massenarbeitslosigkeit Mitte der 1970er existierten nur eine Handvoll deutschsprachige Bewerbungsbücher, gekennzeichnet durch Broschürencharakter. Formalien wurden in ihnen auf wenigen Seiten abgehandelt, dabei fand man auch noch Zeit und Platz über den Sinn einer Handschriftenprobe zu diskutieren. Sonst enthielten die Bücher Tipps wie man an Informationen über die Firma kommt, bei der man sich bewirbt. 30 Jahre später gibt es eine unüberschaubare Flut von Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt - von der Vielzahl der Bewerbungsanleitungen im Netz ganz abgesehen. Und während das Fotografenhandwerk allgemein stagnierte wurde die spezialisiere Bewerbungsbildfotografie- und retusche zum Wachstumsmarkt.
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| 202 |
Explikation |
Wissenschaftstheorie;Wissen;Erkenntnis;Explikation;Adäquatheit;Begriff |
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Unter Explikation wird die Methode verstanden, für unscharfe umgangssprachliche Begriffe präzise Begriffe einzuführen. Dabei heißt Explikandum der gegebene unscharfe Begriff in der Umgangssprache oder Wissenschaftssprache. Explikat der resultierende scharfe Begriff, und Explikation das Verfahren der Analyse und Ersetzung des unscharfen durch einen scharfen Begriff. Darüber hinaus muß das Explikat bestimmte Bedingungen erfüllen, die Adäquatheitsbedingungen, um befriedigend zu sein
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| 235 |
Rechnen - Ordnen |
Kybernetik;Ethik;Konstruktivismus;Foerster;Experte;Wissen;Verantwortung;Ordnung;Rechnen |
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Wenn ich den Begriff des »Rechnens« verwende, dann beschränke ich ihn nicht auf spezifische Operationen wie z.B. Addition, Multiplikation usw. Ich möchte »Rechnen« im allgemeinen Sinn als einen Mechanismus oder »Algorithmus« des Ordnens bzw. der Erzeugung von Ordnung verstehen. Die ideale -- oder vielleicht sollte man sagen: die allgemeinste -- Darstellung eines solchen Mechanismus ist natürlich die Turingmaschine, und anhand dieser Maschine möchte ich einige meiner Behauptungen verdeutlichen.
Es gibt zwei Ebenen, auf denen wir von »Ordnen« sprechen können. Einmal wollen wir eine gegebene Anordnung von Gegenständen beschreiben, zum anderen gewisse Dinge entsprechend bestimmten Beschreibungen neu anordnen. Diese beiden Operationen sind in der Tat die Grundlage für all das, was wir »Rechnen« nennen.
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| 256 |
Wissen als Gut |
Kybernetik;Erkenntnistheorie;Wahrnehmung;Prognose;Handlung;Wissen;Gut |
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Es ist kein Wunder, daß ein Bildungssystem, welches den Prozeß der Erzeugung neuer Prozesse mit der Verteilung von Gütern genannt ›Wissen‹, verwechselt, in den dafür bestimmten Empfängern große Enttäuschung hervorrufen muß, denn die Güter kommen nie an: es gibt sie nicht!
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| 259 |
Sicherheit ist normativ |
Erkenntnistheorie;Wissenschaftstheorie;Fehlschluss; |
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1[
[Die Beschreibung eines Systems heißt deskriptiv.]
[Die Bewertung eines Systems heißt normativ.]
[Die Benennung eines Systems als sicher ist eine Bewertung, also normativ.]
[Die Bewertung aus einer Beschreibung ist ein naturalistischer Fehlschluss.]
[Die Bewertung erfordert einen Bezugsrahmen.]
[Ein geeigneter Bezugsrahmen ist zu entwickeln.]
]1
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