| 203 |
Tun und Erkennen |
Erkenntnis;Erkenntnistheorie;Kybernetik;Konstruktivismus;systemtheorie;evolution |
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Jedes Tun ist Erkennen, und jedes Erkennen ist Tun.
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Beobachter |
Erkenntnis;Erkenntnistheorie;Kybernetik;Konstruktivismus;systemtheorie;evolution |
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Alles Gesagte ist von jemandem gesagt.
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Erkennen |
Erkenntnis;Erkenntnistheorie;Kybernetik;Konstruktivismus;systemtheorie;evolution |
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Erkennen ist effektive Handlung, das heißt, operationale Effektivität im Existenzbereich des Lebewesens.
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Unterscheidung |
Erkenntnis;Erkenntnistheorie;Kybernetik;Konstruktivismus;systemtheorie;evolution; |
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Das Aufzeigen eines Wesens, Objektes, einer Sache oder Einheit ist mit einem Akt der Unterscheidung verbunden, der das Aufgezeigte von einem Hintergrund unterscheidet und damit von diesem trennt.
Immer wenn wir auf etwas implizit oder explizit Bezug nehmen, haben wir ein Unterscheidungskriterium festgelegt, das das Kennzeichen dessen, von dem wir gerade sprechen, und seine Eigenschaften als Wesen, Einheit, oder Objekt spezifiziert.
Es ist eine ganz alltägliche Situtation und nicht etwa eine besondere Situation, in der wir uns andauernd und notwendigerweise finden.
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| 207 |
Einheiten |
Erkenntnis;Erkenntnistheorie;Kybernetik;Konstruktivismus;systemtheorie;evolution |
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Eine Einheit (Entität, Wesen, Objekt) ist durch einen Akt der Unterscheidung definiert. Anders herum: Immer dann, wenn wir in unseren Beschreibungen auf eine Einheit Bezug nehmen, implizieren wir eine Operation der Unterscheidung, die die Einheit definiert und möglich macht.
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Organisation;Struktur |
Erkenntnis;Erkenntnistheorie;Kybernetik;Konstruktivismus;systemtheorie;evolution;Organisation;Struktur |
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Unter Organisation sind die Relationen zu verstehen, die zwischen den Bestandteilen von etwas gegeben sein müssen, damit es als Mitglied einer bestimmten Klasse erkannt wird.
Unter der Struktur von etwas werden die Bestandteile der und die Relationen verstanden, die in konkreter Weise eine bestimmte Einheit konstitutieren und ihre Organisation verwirklichen.
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| 209 |
historisches Phänomen |
Erkenntnis;Erkenntnistheorie;Kybernetik;Konstruktivismus;systemtheorie;evolution;Zustand;Historie |
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Immer wenn in einem System ein Zustand als Modifikation eines früheren Zustandes auftaucht, haben wir es mit einem historischen Phänomen zu tun.
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| 210 |
struktureller Wandel, Ontogenese |
Erkenntnis;Erkenntnistheorie;Kybernetik;Konstruktivismus;systemtheorie;evolution;Ontogenese |
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Die Geschichte des strukturellen Wandels eines einzelnen Lebewesens ist seine Ontogenese, In dieser Geschichte beginnt jedes Lebewesen mit einer Anfangsstruktur, welche den Verlauf seiner Interaktionen bedingt und zugleich die Möglichkeit der strukturellen Veränderungen einschränkt, die durch diese Interaktionen in ihm ausgelöst werden.
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| 252 |
Anything said is said by an observer |
Autopoiesis;Kognition;Organisation;Kybernetik;Systemtheorie;Beobachter;Objektivität |
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Anything said is said by an observer. In his discourse the observer speaks to another observer, who could be himself; whatever applies to the one applies to the other as well. The observer is a human being, that is a living system, and whatever applies to living systems applies also to him.
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| 253 |
The observer is a living system |
Autopoiesis;Kognition;Organisation;Kybernetik;Systemtheorie;Beobachter;Objektivität |
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The observer is a living system and an understanding of cognition as a biological phenomenon must account for the observer and his role in it.
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| 254 |
Living systems are units of interactions |
Autopoiesis;Kognition;Organisation;Kybernetik;Systemtheorie;Kommunikation;Interaktion |
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Living systems are units of interactions; they exist in an ambience. From a purely biological point of view they cannot be understood independently of that part of the ambience with which they interact: the niche; nor can the niche be defined of the living system that specifies it.
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| 255 |
machine as a unity |
Autopoiesis;Kognition;Organisation;Kybernetik;Systemtheorie;Maschine |
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The relations that define a machine as a unity, and determine the dynamics of interactions and transformations which it may undergo as such a unity, constitute the organization of the machine. The actual relations which hold among the components which integrate a concrete machine in a given space, constitute its structure. The organization of a machine (or system) does not specify the properties of the components which realize the machine as a concrete system, it only specifies the relations which these must generate to constitute the machine or system as a unity. Therefore, the organization of a machine is independent of the properties of its components, which can be any, and a given machine can be realized in many different manners by many different kinds of components. In other words, although a given machine can be realized by many different structures, for it to constitute a concrete entity in a given space its actual components must be defined in that space, and have the properties which allow them to generate the relations to which define it.
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| 257 |
wohl-definierte und schlecht-definierte Systeme |
Organisation;System;Systemtheorie;Baecker;Kybernetik;Foerster |
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In der kybernetischen Forschung unterscheidet man wohl-definierte und schlecht-definierte Systeme. Wohldefinierte Systeme sind dadurch gekennzeichnet, daß alle möglichen Übergänge zwischen den verschiedenen Zuständen, die sie einnehmen können, bekannt sind; daß die Wahrscheinlichkeit dieser Übergänge bekannt ist; und daß sich weder die Übergänge noch die Zustände in Abhängigkeit von der Zeit ändern. Heinz von Foerster würde von einer trivialen Maschine sprechen, die synthetisch determiniert, analytisch determinierbar und historisch unabhängig ist.
Schlechtdefinierte Systeme hingegen sind dadurch definiert (!), daß die möglichen Übergänge zwischen verschiedenen Zuständen unbekannt sind; daß die Wahrscheinlichkeit dieser Übergänge unbekannt ist; und daß sich sowohl die Übergänge als auch die Zustände und nicht zuletzt die Wahrscheinlichkeit der Übergänge und Zustände in Abhängigkeit von der Zeit ändern. Heinz von Foerster würde von nichttrivialen Maschinen sprechen, die synthetisch determiniert, aber analytisch undeterminierbar und historisch abhängig sind.
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| 258 |
Kommunikation zwischen Maschinen |
Organisation;System;Systemtheorie;Baecker;Kybernetik;Kommunikation; |
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1[
[Menschen sind nicht-trivial.]
[Computer sind trivial.]
[Kommunikation zwischen Computern ist trivial.]
[Kommunikation zwischen Menschen ist nicht-trivial.]
[Kommunikation zwischen Menschen und Computern ist nicht-trivial.]
[Menschen können die Kommunikation von Computern umdeuten.]
]1
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| 263 |
Vertrauen im weitesten Sinne |
Systemtheorie;Vertrauen;Luhmann;Soziologie;Komplexität;Komplexität!soziale;Komplexität!soziale!Reduktion;Kommunikation |
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Vertrauen im weitesten Sinne eines Zutrauens zu eigenene Erwartungen ist ein elementarer Tatbestand des sozialen Lebens. Der Mensch hat zwar in vielen Situationen die Wahl, ob er in bestimmten Hinsichten Vertrauen schenken will oder nicht. Ohne jegliches Vertrauen aber könnte er morgens sein Bett nicht verlassen. Unbestimmte Angst, lähmendes Entsetzen befielen ihn. Nicht einmal ein bestimmtes Mißtrauen könnte er formulieren und zur Grundlage defensiver Vorkehrungen machen; denn das würde voraussetzen, daß er in anderen Hinsichten vertraut. Alles wäre möglich. Solche eine unvermittelte Konfrontierung mit der äußersten Komplexität der Welt hält kein Mensch aus.
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| 264 |
die Welt als Ganzes |
Systemtheorie;Vertrauen;Luhmann;Soziologie;Komplexität;Komplexität!soziale;Komplexität!soziale!Reduktion;Kommunikation |
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Denn die Welt als Ganzes, der Universalhorizont allen menschlichen Erlebens, ist nur unter dem Gesichtspunkt ihrer äußersten Komplexität ein mögliches Problem. Sie ist kein System, weil sie keine Grenzen hat. Sie ist ohne Umwelt, daher nicht bedrohbar. Selbst radikale Umwandlungen ihrer Engergieform sind nur als Geschehen in der Welt vorstellbar. Einzig in ihrer Relation zum Identischen-in-der-Welt gibt die Welt als solche ein Problem auf, und zwar durch ihre raum-zeitlich sich entfaltende Komplexität, durch die unübersehbare Fülle ihrer Wirklichkeiten und ihrer Möglichkeiten, die eine sichere Einstellung des einzelnen auf die Welt ausschließt. Unfaßbare Komplexität ist die Innenansicht der Welt, der Problemaspekt, den sie Systemen darbietet, die sich in der Welt erhalten wollen.
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| 265 |
Vertrauen in einer allgemeineren Theoriesprache |
Systemtheorie;Vertrauen;Luhmann;Soziologie;Komplexität;Komplexität!soziale;Komplexität!soziale!Reduktion;Kommunikation;System;Interaktion;Umwelt;Funktion |
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[...] Vertrauen wird, psychologisch gesehen, aus völlig verschiedenen Gründen erwiesen bzw. verweigert; und vertrauen ist in jedem Falle eine soziale Beziehung, die eigenen Gesetzlichkeiten unterliegt. Vertrauen bildet sich in einem Interaktionsfeld, das sowohl durch psychische als auch durch soziale Systembildungen beeinflußt wird und keiner von ihnen exklusiv zugeordnet werden kann. Deshalb müssen wir in eine allgemeinere Theoriesprache ausweichen, die die Begriffe System, Umwelt, Funktion und Komplexität so abstrakt verwendet, daß sie sowohl psychologisch als auch soziologisch interpretierbar sind.
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| 266 |
Komplexität |
Systemtheorie;Vertrauen;Luhmann;Soziologie;Komplexität;Komplexität!soziale;Komplexität!soziale!Reduktion;Kommunikation;Ordnung;Systembildung |
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Der Begriff Komplexität muß deshalb sehr abstrakt definiert werden. Das kann geschehen im Hinblick auf eine Differenz von System und Umwelt schlechthin und im Hinblick auf das Aktualisierungspotential von Systemen. Er bezeichnet die Zahl der Möglichkeiten, die durch Systembildung ermöglicht werden. Er impliziert, daß Bedingungen (und somit Grenzen) der Möglichkeit angebbar sind, daß also Welt konstituiert ist, und zugleich daß die Welt mehr Möglichkeiten zuläßt, als Wirklichkeit werden können und in diesem Sinne »offen« strukturiert ist. Unter einem Gesichtswinkel läßt sich diese Beziehung von Welt und System als Überforderung sehen und als Bestandsgefährdung problematisieren. Das ist die Betrachtungsweise der funktionalistischen Systemtheorie. In entgegengesetzter Perspektive erscheint dasselbe Verhältnis als Aufbau einer »höheren« Ordnung von geringerer Komplexität durch Systembildung in der Welt und läßt sich als Selektionsleistung problematisieren. Das ist die Betrachtungsweise der kybernetischen Systemtheorie.
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Der Mensch und sein Bewusstsein der Komplexität |
Systemtheorie;Vertrauen;Luhmann;Soziologie;Komplexität;Komplexität!soziale;Komplexität!soziale!Reduktion;Kommunikation |
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Für jede Art realer Systeme in der Welt, und seien es physische oder biologische Einheiten, Steine, Pflanzen oder Tiere, ist die Welt übermäßig komplex: Sie enthält mehr Möglichkeiten als die, auf die das System sich erhaltend reagieren kann. Ein System stellt sich auf eine selektiv »konstituierte« Umwelt ein und zerbricht an etwaigen Diskrepanzen zwischen Umwelt und Welt. Dem Menschen allein wird jedoch die Komplexität der Welt selbst und damit auch die Selektivität seiner Umwelt bewußt und dadurch Bezugsproblem seiner Selbsterhaltung. Er kann Welt, kann bloße Möglichkeiten, kann sein Nichtiwssen thematisch erfassen und sich selbst erkennen als jemanden, der entscheiden muß. Beides, Weltentwurf und eigene Identität, wird ihm zum Bestandteil seiner eigenen Systemstruktur und zur Verhaltensgrundlage dadurch, daß er andere Menschen erlebt, die jeweils aktuell erleben, was für ihn nur Möglichkeit ist, ihm also Welt vermitteln, und die zugleich ihn als Objekt identifizieren, so daß er ihre Sichtweite übernehmen und sich selbst identifizieren kann.
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