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Asperger-Symptomatik |
Asperger;Autismus;Asperger-Symptomatik |
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Das Asperger-Syndrom ist durch eine ausgeprägte Kontakt- und Kommunikationsstörung gekennzeichnet und weist über diese Grundstörung hinaus einige markante Züge auf, die es vom frühkindlichen Autismus unterscheiden: Zum einen sind die Sprachentwicklung und die intellektuelle Entwicklung nicht verzögert. Zum anderen zeigen viele Menschen mit Asperger-Syndrom -- vielleicht gerade aufgrund ihrer höheren Intelligenz (im Vergleich zu jenen mit anderen autistischen Störungen), die sie nicht adäquat einsetzen können -- hochspezialisierte und ausgeprägte Sonderinteressen, die sie monoman verfolgen und die sie in ihrer Umgebung als extreme Sonderlinge erscheinen lassen, zum Beispiel Auswendiglernen von Fahrplänen, der Schmelzpunkte aller Metalle oder der Paragraphen des Grundgesetzes.
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Epidemiologie des Asperger-Syndroms |
Asperger;Autismus; |
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Die Prävalenz beträgt 2–3,3 Kinder auf 10 000 Kinder im Schulalter.
Das Verhältnis der Geschlechter liegt bei (männlich : weiblich) etwa 8 : 1.
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Qualitative Beeinträchtigung der sozialen Interaktion |
Asperger;Autismus; |
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Die betreffenden Kinder und Jugendlichen sind sowohl
in ihrem nicht-verbalen Verhalten (deutlich reduzierte
Gestik, Mimik, Gebärden, Blickkontakt) auffällig, als
auch durch ihre Unfähigkeit, zwanglose Beziehungen zu
Gleichaltrigen oder Älteren herzustellen. Dies liegt jedoch
nicht zwingend am Wunsch der Betroffenen nach sozialem
Rückzug, sondern vielmehr an ihrer Unfähigkeit, die
ungeschriebenen Regeln des sozialen Miteinanders zu
verstehen und sich dementsprechend zu verhalten. Es besteht
eine deutliche Unfähigkeit, die Gefühle anderer zu
erfassen und emotional mitzuschwingen. Diese Schwierigkeit
wird häufig auch als „Störung der Empathie“ oder
auch als mangelnde „theory of mind“ bezeichnet. Sie lassen
sich auch als extreme Selbstbezogenheit beschreiben,
wobei die beim frühkindlichen Autismus meist damit einhergehende
extreme Abkapselung von der Umwelt beim
Asperger-Syndrom deutlich weniger im Vordergrund
steht. Menschen mit Asperger-Syndrom nehmen vielfältig,
aber unangemessen mit der Umwelt Kontakt auf. Sie
sprechen gerne und viel mit anderen Menschen, reden ausführlich
und weitschweifig von ihren Interessen, achten
aber nicht darauf, ob ihr Verhalten der Situation angemessen
ist und wie ihr Gegenüber darauf reagiert.
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Auffälligkeiten der Kommunikation |
Asperger;Autismus; |
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Beim Asperger-Syndrom fehlt die für den frühkindlichen
Autismus charakteristische Sprachentwicklungsverzögerung.
Andere Sprachauffälligkeiten sind typisch
für den frühkindlichen Autismus und kommen beim Asperger-
Syndrom selten vor, wie Echolalie (echoartiges
Nachsprechen von Worten und Lauten) und Pronomenumkehr,
(die Kinder sprechen von sich in der dritten
Person und lernen erst sehr spät, die eigene Person mit
„ich“ zu bezeichnen). Dagegen sind bei Kindern mit Asperger-
Syndrom häufig Auffälligkeiten in der Sprechstimme
zu finden. Ihre Stimme wirkt oft monoton, blechern,
eintönig und weist eine geringe Modulation auf.
Die Diagnose des Asperger-Syndroms nach ICD-10
verlangt, dass einzelne Wörter im zweiten Lebensjahr
oder früher gesprochen werden, erste Sätze im dritten Lebensjahr
oder früher. Die Intelligenz sollte mindestens im
Normbereich liegen oder auch darüber. Allerdings können
die Meilensteine der motorischen Entwicklung etwas verspätet
erreicht werden. Motorische Ungeschicklichkeit ist
ein häufiges, aber für die Diagnose nicht notwendiges
Merkmal.
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Eingeschränkte Interessen und stereotype Verhaltensmuster |
Asperger;Autismus; |
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Kinder mit Asperger-Syndrom zeigen eine Vielzahl von
motorischen Stereotypien und ein durch Ungeschicklichkeit,
mangelnde Koordination und Situationsangemessenheit
gekennzeichnetes Bewegungsmuster, was
sie in ihrer Umwelt als linkisch und schwerfällig erscheinen
lässt. Ihre Interessen sind häufig auf bestimmte
Themen fokussiert und ungewöhnlich. Oft zeigen sie
ein wie besessen anmutendes Interesse an Bereichen
wie Mathematik, Technik, wissenschaftlichen Teilbereichen
oder Teilbereichen der Geschichte oder Geographie.
Manchmal sind die Sonderinteressen auch einfach
Übertreibungen verbreiteter Interessen, wie zum Beispiel
Pokemon, Dinosaurier oder Computer. Sonderinteressen
haben jedoch einen erheblich störenden Einfluss
auf andere Aktivitäten und beeinträchtigen die
Teilnahme am alltäglichen Leben maßgeblich.
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Ätiologie |
Asperger;Autismus; |
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Es wird mittlerweile angenommen, dass bis zu 20 Gene an der Verursachung von Autismus-Spektrum-Störungen beteiligt sind. Für die strukturellen Besonderheiten der Gehirne von Menschen mit Asperger-Syndrom konnten Abweichungen in verschiedenen Hirnregionen nachgewiesen werden (unter anderem Abnormitäten des Großhirns und des limbischen Systems; Abnormitäten im Cerebellum und in der unteren Olive. Zurzeit wird ein Modell unzureichender neuronaler Vernetzung diverser zerebraler Areale von vielen Forschern diskutiert. Damit werden autistische Störungen als Hirnfunktionsstörungen angesehen.
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Verlauf und Prognose |
Asperger;Autismus; |
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Die Kernsymptome des Asperger-Syndroms zeigen eine
entwicklungspsychologische Variabilität, bleiben aber bis
ins Erwachsenenalter als persistierende und tiefgreifende
Symptomatik erhalten. Zwar verbessert sich bei der
Mehrzahl der Betroffenen graduell das Kontakt- und Sozialverhalten,
wenn man es mit der diesbezüglichen Symptomatik
im Kindes- und Jugendalter vergleicht. Auch
werden gewisse Routinen im Alltag besser bewältigt, jedoch
bleiben die basale Kommunikationsstörung, vielfach
auch Stereotypien, die eingeschränkten Interessen und auch die eingeschränkte Fähigkeit zur Kontaktaufnahme
mit anderen Menschen erhalten. Der Verlauf ist insgesamt
sehr variabel. Zwar ist die Prognose beim Asperger-Syndrom
besser als beim frühkindlichen Autismus, dennoch
hängt der Verlauf nicht nur von guten kognitiven und
sprachlichen Fähigkeiten ab. Das Auftreten von komorbiden
Erkrankungen beeinträchtigt deutlich die weiteren
Entwicklungsmöglichkeiten und die Prognose
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